Kommerzialisierung von Software
Überblick über die Nutzung von Software
An der ETH Zürich umfasst die Nutzung von Software, einschliesslich Open-Source-Software (OSS) vier Umsetzungsphasen. Diese sind unten beschrieben und in der Übersichtsgrafik veranschaulicht. Dieser Überblick soll den Autoren und Autorinnen ein Verständnis der Optionen, Anforderungen, Best Practices, Entscheidungspunkte und Fallstricke vermitteln, denen sie bei der Softwareentwicklung begegnen können. Wir empfehlen dringend, sich frühzeitig mit den Möglichkeiten und Herausforderungen vertraut zu machen, um fundierte Entscheidungen treffen zu können und eine erfolgreiche Vermarktung zu fördern.
Softwareprojekte können entweder durch externe Quellen wie akademische, industrielle und staatliche Sponsoren oder durch interne ETH-Mittel finanziert werden. Extern finanzierte Projekte unterliegen den in den entsprechenden Forschungsvereinbarungen festgelegten Rechten und Pflichten, während intern finanzierte Projekte dem Schweizer Recht und den internen Richtlinien der ETH unterliegen. In beiden Fällen ist es unerlässlich, wichtige Aspekte frühzeitig zu klären, darunter die Übertragung der Nutzungsrechte von nicht angestellten Mitwirkenden an die ETH Zürich sowie die Klärung von Lizenzen und Zugangsbeschränkungen im Zusammenhang mit dem im Projekt verwendeten Code oder den Daten.
Nach Fertigstellung der Software als Projektergebnis muss eine wichtige Entscheidung hinsichtlich der Veröffentlichungsstrategie getroffen werden: Soll ein proprietärer oder ein Open-Source-Weg eingeschlagen werden? Sofern keine vertraglichen Verpflichtungen oder Einschränkungen bestehen, sollte diese Entscheidung auf einer gründlichen Bewertung der Projektziele, der Interessen der Stakeholder und des kommerziellen Potenzials der Software basieren, wobei die besonderen Merkmale jedes Ansatzes zu berücksichtigen sind:
- Proprietärer Weg: Bietet kontrollierte Verbreitung, dedizierte Tests und exklusive Vermarktungsmöglichkeiten. Er eignet sich besonders gut für produktorientierte Geschäftsstrategien.
- Open-Source-Weg: Ermöglicht eine weitere Verbreitung und kostengünstige Tests, unterstützt flexible und serviceorientierte Geschäftsmodelle und erhöht die Sichtbarkeit der Entwickler.
Wenn der proprietäre Weg eingeschlagen wird, hängt der Freigabeprozess von allfälligen, vertraglichen Verpflichtungen ab:
- Ohne vorherige vertragliche Verpflichtungen kann die Software direkt kommerziell lizenziert werden, was vom ETH transfer verwaltet wird.
- Bei vertraglichen Verpflichtungen wird der Prozess entweder vom ETH Grant Office für Schweizer oder internationale Fördermittel oder von der Forschungsvertragsgruppe verwaltet.
Wenn der Open-Source-Weg eingeschlagen wird, ist der verantwortliche Gruppenleiter (in der Regel die Professur) berechtigt, die Software unter einer anerkannten Open-Source-Softwarelizenz zu veröffentlichen. Eine detaillierte Aufschlüsselung der relevanten Richtlinien und Veröffentlichungsverfahren finden Sie unter Policies and Processes.
Kommerzielle Partner erhalten den Zugang zu proprietärer Software durch den Abschluss eines Lizenzvertrags, der von ETH transfer verhandelt wird.
Die breite Öffentlichkeit erhält Zugang zu OSS via gängige Plattformen (z.B. GitHub), auf die die Autoren den Code hochladen.
Die Entscheidung zwischen prorietärer Software versus OSS hat erhebliche und oft irreversible Auswirkung auf Geschäftsstrategien. Daher sind strategische Überlegungen frühzeitig im Projektzyklus wichtig. Weitere Informationen finden Sie unter Open-Source-Software.